Chronik 1920

Gründung


Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurden in vielen Orten unserer näheren und weiteren Umgebung Trommler- und Pfeiferkorps gegründet. In Dremmen war es 1920 soweit.

Johann Schmitz aus Herb und Karl Bender aus Uetterath, die als aktive Mitglieder in der Musikkapelle des Militärs gedient hatten, übernahmen die Ausbildung. Durch wöchentliche Beiträge der Mitglieder von 0,50 Reichsmark wurden die ersten Instrumente angeschafft.

Im Frühjahr 1921 trat der Verein mit Johann Schmitz als Korpsführer zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf. Seitdem nahm man an allen Festlichkeiten innerhalb des Ortes sowie an Wettstreiten teil.



Im Jahre 1923 trat Johann Schmitz als Korpsführer zurück und Gerhard Classen übernahm dieses nicht einfache Amt. Theo Heitzer, der von nun an die Proben leitete,schuf nach einiger Zeit einen Klangkörper, der in der höchsten Klasse weit und breit seine Anerkennung durch Preise und Diplome fand. Das Korps zählte in diesen Jahren zur Spitzenklasse auch weit über das Heinsberger Land hinaus.

Im Jahre 1927 wurden durch das aktive Mitglied Konrad Nöthlichs, der Schneidermeister war, unentgeldlich Uniformen angefertigt. Theo Heitzer komponierte passend dazu noch in dem selben Jahr den Marsch "Schneidig voran". Beim Internationalen Wettstreit 1928 in Brunsum errang das Korps mit dem Marsch die höchste Auszeichnung, das "Championat von Holland".

Am 07. und 08. Mai 1929 veranstaltete das Dremmener Trommler- und Pfeiferkorps selbst einen Wettstreit. Den Korps in der A-Klasse wurde zur Bedingung gemacht, den Marsch "Schneidig voran" auf der Bühne zu spielen. Das Trommler- und Pfeiferkorps aus Waldenrath meisterte dieses schwierige Musikstück dabei am Besten.

Leider trat Gerhard Classen als Korpsführer zurück. Leo Hermanns, ein ausgezeichneter Flötist und Hornist, übernahm den Tambourstab. Auch die Leitung der Proben lag nun in seinen Händen. Die für das Vereinsleben unverzichtbaren Werte der Treue und der Kameradschaft hatten in dieser Zeit nicht nur auf dem Papier große Bedeutung.

Kurze Zeit später brachte der erbarmungslose Krieg die Vereinstätigkeit völlig zum erliegen.

 


 

Chronik 1946

Ein neuer Beginn


Im Frühjahr 1949 fand sich eine Reihe alter Vereinsmitglieder zusammen, um das Trommler- und Pfeiferkorps neu zu beleben. Instrumente und Uniformen waren während des Krieges verloren gegangen oder unbrauchbar geworden. Deshalb mussten bei Nachbarvereinen Instrumente ausgeliehen werden. Eine Kirmesveranstaltung brachte dem Verein die ersten finanziellen Mittel. Die Ausbildung der Tambouren wurde von den Spielleuten Albert Schröder, Heinrich Gerhards und Anton Franzen übernommen, die der Flötisten übernahm Leo Hermanns, Peter Hermanns und Lambert Lambertz. Zur Herbstkirmes trat das Korps dann mit Tambourmajor Leo Hermanns erstmals wieder in der Öffentlichkeit auf.

Anfang des Jahres 1950 wurden neue Trommeln und Flöten angeschafft. Bei Kirmes und sonstigen Dorffesten konnte das Korps von nun an stets dabei sein. Selbst die Porselener Schützen verpflichteten den Spielmannszug. Noch im selben Jahr feierte man das 30-jährige Bestehen. über 30 Vereine nahmen an diesem Fest teil, um beim Wettstreit die vom Landrat Peter Pilates gestiftete Kreiswanderplakette zu erringen. Das Tambourkorps Dremmen errang diese hohe Auszeichnung ein Jahr später bei einem Wettstreit in Brachelen selbst.

1952 legte Leo Hermanns das Amt des Tambourmajors nieder. Sein Nachfolger wurde Heinrich Kochs. Beim großen Festabend des nächsten Wettbewerbs am 11. Mai 1952 überreichten die Gründer und alten Vereinsmitglieder ihm die noch heute vom Tambourmajor getragene Plakette mit der Aufschrift: "Zur Erinnerung an die Alten, zum Ansporn für die Jungen".



Der Höhepunkt im Jahr 1954 war das Dekanatsfest in Dremmen. Zum Schluss des Festes führte das Korps mit der bekannten Kapelle "Christian Reuter, Köln" den "Großen Zapfenstreich" auf. Leo Hermanns fungierte das letzte Mal als Korpsführer und legte damit auch das Amt als Ausbilder nieder. Disziplin, spielerisches Können und Kameradschaft gab er dem Verein mit in die Zukunft.

Mitte der 50er Jahre hatte das Trommler- und Pfeiferkorps eine schwere Krise zu überwinden. Gute Spielleute blieben dem Proben fern, und um den Nachwuchs war es schlecht bestellt.

Erst Anfang des Jahres 1960 kam neuer Schwung in die Reihen des Vereins, als neue Mitglieder die Lücken füllten.

1968 lieferten sich die Spielleute des Trommler- und Pfeiferkorps Dremmen mit ihren Konkurrenten aus Birgden einen packenden Wettstreit um die von Landrat Pilates gestiftete Kreiswanderplakette. Die Spielleute mussten drei Mal die Bühne betreten und die geforderten Märsche, Parademarsch und Präsentiermarsch, darzubieten. Das Trommler und Pfeiferkorps Dremmen konnte als glücklicher Sieger schließlich diese Trophäe nach Hause tragen.

1970 war das 50-jährige Bestehen des Vereins Anlass, ein großese Jubiläumsfest zu veranstalten. Aus diesem Grunde wurde auch bei dem Fest die Kreiswanderplakette ausgespielt, die das Trommler- und Pfeiferkorps Oberbruch gewann. Als Krönung des Festes wurde der "Große Zapfenstreich" aufgeführt. Das Jubiläum war ein voller Erfolg. Durch die erhaltenen finanziellen Mittel konnten 1971 neue Uniformen angeschafft werden.

 


 

Chronik 1971

Nach dem Jubiläumsfest fand im Verein ein Umschwung statt. Erfahrene Spielleute verabschiedeten sich aus gesundheitlichen bzw. Altersgründen vom aktiven Vereinslaben. Spielleute wie Heinz Artez, Josef Kochs, Peter Heinrichs, Klaus Paulus, Matthias Bröcken (im Bild von re. nach li.), und Heinz Wickerath (Bild unten) übernahmen die Verantwortung im Verein.



Heinz Aretz konnte als 1. Vorsitzender auch neue Impulse bringen. In einer Werbeaktion im Jahre 1972 konnten viele Kinder und Jugendliche für die Marschmusik begeistert werden. Die Probenleitung und Ausbildung dieser neuen Spielleute wurde von Klaus Paulus und Josef Kochs übernommen. Es ist zu einem großen Teil ihr Verdienst, dass der Verein auch heute noch zu den Besten im Kreis gehört.

 In der Zeit von 1971 bis 1976 nahm das Korps wieder an verschiedenen Wettstreiten im Kreisgebiet teil. 1976 war auch das Jahr, in dem ein Jugendkorps mit den eingetretenen Jugendlichen gegründet wurde, als dessen Tambourmajor Ulrich Nobis fungierte.

1977 verstarb unser Tambourmajor Heinrich Kochs, der seit 1949 Mitglied des Vereins war, plötzlich und unerwartet. Die Lücke wurde durch seinen Schwager Heinz Wickerath gefüllt.

In den 80er Jahren unternahm der Verein mit seinen zahlreichen Jugendlichen mehrere Wochenend- bzw. Wochenausflüge innerhalb Deutschlands. Zum ersten Mal wurde auch ein Sommerfest am Feuerwehrgerätehaus abgehalten.

 


 

Chronik 1981

1981 wurden für das gesamte Korps neue Uniformen angeschafft, die bei der Frühkirmes der öffentlichkeit vorgestellt wurden. In diesem Jahr wurde auch erstmalig wieder bei einer Frühkirmes zum "Wecken" aufgespielt.

Zur Einführung des Dekanatschützenkönigs, Hans Bordewin, wurde 1983 der "Große Zapfenstreich" aufgeführt.

1988 nahm der Verein an dem Kinderfolkloreaufzug in Heinsberg zu Gunsten der Kinderkrebshilfe teil.

Das Oktoberfest wurde im Jahr 1989 zum ersten Mal vom Trommler- und Pfeiferkorps ausgerichtet. Einen Monat später wurde das langjährige, jetzt noch aktive Mitglied Josef Kochs, als Dank für 40-jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

1990 stand ganz im Zeichen des Stadtprinzen Gerd Schuckel, dem der Verein im gesamten karnevalistischen Heinsberger Raum als Musikkorps zur Seite stand.

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Dremmen feierte ein Jahr später das große Bezirksschützenfest. Dabei führten wir zusammen mit dem Musikverein St. Josef Dremmen zum Abschluß des Festbanketts den "Großen Zapfenstreich" auf.

Das von dem damaligen Ortsvorsteher Peter Lenzen und dem Leiter des Kulturamtes, Hubert Tellers 1988 ins Leben gerufene Stadtmusikfest der Spielmannszüge wurde 1992 von unserem Verein ausgerichtet. An diesem Fest nahmen 16 Vereine aus dem Stadtgebiet teil.

Einen Monat später wurde unser Verein durch die plötzliche Erkrankung unseres langjährigen Mitglieds, Tambourmajors und Vorsitzenden Heinz Wickerath vor ein großes Problem gestellt. Peter Heinrichs übernahm das Amt des Tambourmajors, der 2. Vorsitzende Ralf Schiffers übernahm die Führung des Vereins.



Durch diszipliniertes und korrektes Auftreten machte der Verein auch außerhalb der Ortsgrenzen auf sich aufmerksam und wurde 1993 von der Vereinigten Schützenbruderschaft Linnich zur Mitgestaltung der großen Frühkirmes verpflichtet.

Im Oktober 1993 wurde beim Kameradschaftsabend Heinz Wickerath in Anerkennung seiner 40-jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

Auch 1994 nahm das Trommlerkorps an vielen Feierlichkeiten innerhalb und außerhalb des Ortes teil. In freundschaftlicher Verbundenheit unterstützte der Verein z. B. die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Dremmen, den Musikverein St. Josef Dremmen, die Freiwillige Feuerwehr, die Karnevalsgesellschaft KG Drömmer Hahne, die St. Rochus Schützenbruderschaft Porselen und die Vereinigten Schützenbruderschaften Linnich.

Das Jahr 1995 bescherte dem Verein einmal mehr einen mit vielen Veranstaltungen gespickte Terminkalender. Große Aufmerksamkeit widmeten wir der Vorbereitung unseres 75-jährigen Bestehens. Zu unserem Jubelfest bekamen wir die "Große Marschtrommel" und die "Lyra" als Geschenke.


 

Chronik 1996

1996 erfüllte der Verein sich einen großen Traum. Wir machten einen Vereinsausflug zum Münchener Oktoberfest und konnten sogar beim historischen Aufzug mitwirken.

<Bild München 96>

1997 feierten wir als erster Dremmener Verein in der neu gestalteten Mehrzweckhalle in Dremmen.

Im Jahre 1999 stand mal wieder ein mehrtägiger Vereinsausflug an. Die Reise führte unseren Verein nach Schröcken in österreich. Neben Ski fahren und Wandern gab es auch noch ein Konzert mit dem heimischen Musikverein. Bei der Gelegenheit wurden Klaus Paulus und Heinz Aretz zu Ehrenmitgliedern ernannt.Außerdem konnten wir unser Engagement um ein weiteres Highlight erweitern. Unser Verein durfte zum ersten Mal in Grevenbroich-Gustorf aufspielen.

Beim 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Dremmen spielten wir wiederum den "Großen Zapfenstreich" zum Abschluß des Festbankettes. Außerdem stellten wir zur Frühkirmes 2000 unsere neuen Uniformen vor. Diese wurden vom Herrenausstatter Carl Kaufmann aus Aachen geschneidert.

Auf dem Königsvogelschuß in Dremmen konnten wir, den in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Wanderpokal der Ortsvereine, sogleich gewinnen. Gottfried Botterweck gelang der "goldene Schuß". Beim Stadttrommlerkorpsfest in Unterbruch war unser Verein die Festkapelle. Im Bühnenspiel konnte das Trommler- und Pfeiferkorps Dremmen den 1. Platz mit dem Marsch "In Harmonie vereint" erringen. Der mehrtägige Vereinsausflug führte uns ins Salzburger Land. Beim Kameradschaftsabend wurde Matthias Bröcken für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt.

Im Juni 2002 veranstalteten wir ein Sommerfest, bei dem das Fußballweltmeisterschaftsfinale mittels eines Beamers auf eine Großleinwand übertragen wurde. Während der Spielzeit wurden die Getränke zum halben Preis ausgegeben. Beim Freundschaftstreffen in Ophoven im Juli konnten wir den dritten Platz im Zug und für den Tambourmajor erringen. Im Herbst führte uns der Vereinsausflug mit Frauen an die Lahn. Der Vormittag begann mit einem Winzervesper, der Abend endete auf der Burg Nassau bei einem zünftigen Rittermahl.

 



Chronik 2003

2003 spielten wir am Karnevalssonntag in Titz. Trotz des starken Regens hatten alle viel Spaß dabei. Beim Bezirksschützenfest in Porselen spielten wir am Freitag abend den "Großen Zapfenstreich". Solisten waren Klaus Paulus und Heinz Aretz. Als Tambourmajor fungierte Fredy Schützendorf. Anfang Oktober fuhren wir mit unserem Nachwuchs in den Europapark nach Rust. Ende Oktober feierten wir unseren großen Kameradschaftsabend.

Im Juni 2004 waren wir zu Gast zum 200-jährigen Bestehen der Uetterather Schützenbruderschaft. Nach kurzem Aufzug führten wir zusammen mit dem Musikverein Uetterath den "Großen Zapfenstreich" auf. Solisten waren Michael Tocha als Tambourmajor sowie Ralf Schiffers als Tambour und Gottfried Botterweck als Flötist.

<Bild Uetterath Zapfenstreich>

Im Oktober machte der Verein einen viertägigen Ausflug nach Berlin. Neben dem Reichstag konnten wir viele Sehenswürdigkeiten und andere denkwürdige Bauwerke (Mauerreste, Checkpoint Charly, ...) besichtigen.

<Bild Berlin Reichstag>

Ende April 2005 feierte der Musikverein St. Josef Dremmen sein 100-jähriges Bestehen. Zum Auftakt führten wir zusammen mit dem Musikverein Dremmen den "Großen Zapfenstreich" auf. Solisten waren Michael Tocha, Gottfried Botterweck und Ralf Schiffers. Am 27. und 28. August waren wir auf dem weltgrößten Stadtschützenfest in Neuss zu Gast. Wir spielten unser gesamtes Repertoire durch die Menschenmassen in Neuss. Wer Glück hatte, konnte sich später im Fernsehn bei der übertragung des WDR wiedersehen.

Ende August 2006 richteten wir das 18. Stadtmusikfest der Spielmannszüge der Stadt Heinsberg aus. Am Abend vorher luden wir zur 1. Kölschen Nacht in Dremmen ein. Bei ausverkaufter Mehrzweckhalle feierten wir gemeinsam mit der Dremmener Bevölkerung bis in die frühen Morgenstunden. Der Aufzug wurde leider durch ei heftiges Unwetter abgebrochen, der Stimmung an der Mehrzweckhalle tat dies allerdings keinen Abbruch.